geschrieben November / Dezember 2010 Stativ oder kein Stativ? Meine Antwort lautet: kommt darauf an! Für beide Fälle gibt es Situationen. Bei den Aufnahmen einer Chordarbietung (meine Frau singt mit), dem Konzert einer Musikgruppe oder einem Tischtennismatch (ich spiele selber mit) verwende ich natürlich ein Stativ (Dreibein- oder Einbeinstativ). Bei Actionaufnahmen mache ich alles aus der Hand, so gut es eben geht. Auf Reisen habe ich auch nur selten ein Stativ dabei, insbesondere auf unseren Radreisen, wo wir täglich zu einem anderen Quartier weiter radeln und alles Gepäck auf dem Rad transportieren. Es gibt auch Grenzfälle. Die Kirche Vierzehnheiligen, die wir auf unser Mainradtour besucht haben, hat mich sehr beeindruckt. Ich habe versucht diese Stimmung in einem Video einzufangen. Es ist mir nur teilweise gelungen. Um alles Wichtige aus meiner Sicht dem Zuschauer zu vermitteln, habe ich einen Kommentar aufgesprochen, einen Grundriß zur Verdeutlichung eingesetzt und sowohl mit einer bewegten Camera gearbeitet (wackeln?!) als auch mit Zoomfahrten in Standbildern gearbeitet. Obwohl mir Bild- und Filmmaterial von zwei verschiedenen Besuchen zur Verfügung standen, fehlt immer noch etwas. Beim dritten Anlauf würde ich einen Spaziergang im Kreis um den Gnadenaltar in der Mitte der Kirche mit laufender Camera filmen und die Statuen der 14 Nothelfer/Heiligen alle einzeln porträtieren. Und das alles nur bei strahlendem Sonnenschein!!! Es hat sich herausgestellt, dass Videoaufnahmen von Blumen oder ähnlichem sehr plastisch wirken, wenn sie im Nahbereich sind und die Camera parallel zur Front der Blütenfront (also nicht Zoomen !) bewegt wird. Die Gefahr des Wackelns ist hier natürlich besonders groß. Es gibt zwar spezielle Vorrichtungen dafür, aber die sind natürlich sperrig und ich habe sie sicher nicht bei mir auf Reisen. Beispiele dafür findet man in meinem Video Buga Park und Bonsai-Garten. top Wackeln, Schaukeln, Zittern Leider stört das seitliche Wackeln oder Schaukeln von bewegter Camera in HD-Bildern deutlich stärker als in PAL-Bildern. Das liegt daran, dass das Format 16:9 als Breitbild dem Zuschauer stärker einen Horizont suggeriert als im fast quadratischen 4:3 Bild. Daher muß man bei HD einen höheren Aufwand zur Verhinderung betreiben. Für die Reduktion des Wackelns/Schaukeln von Aufnahmen habe ich - auf Anraten - versucht mit Turnschuhen ganz leicht, ruhig und gleitend (wie im Song bei Schmidtchen Schleicher!)  bei “angehaltenem Atem” mich zu Bewegen. Das hilft natürlich etwas, kann aber nicht alles abfedern. Dann habe ich ein spezielles Gerät namens Steadycam von Manfrotto angeschafft und damit probiert. Es handelt sich um eine Kombination von Schulter- und Handstativ mit Ausgleichgewicht zum Dämpfen von Schwingungen. Theoretisch müßte es sehr gut funktionieren. Aber wenn man nicht nur gerade aus läuft, sondern auch im Kreis, muß man das ausballancierte Camera - Hebelarm Gebilde doch mit der zweiten Hand steuern. Dann wackelt es wieder. Das Üben muß noch fortgesetzt werden. Die Stärke der Störung im Bild durch zittrige Hände hängt natürlich stark von der Zoom-Stufe ab. Im Weitwinkelbereich sind die Aufnahmen überwiegend zufriedenstellend. Bei stärkerem Zoom kann man nicht mehr aus der Hand filmen, obwohl die Anti- Wackel-Einrichtung der TM 700 weitaus besser funktioniert als die Einrichtungen anderer Cameras, die ich kenne. Es ist aber ohne weiteres möglich statt einer Filmaufnahme einige Stanbilder mit hohem Zoom (10x) zu machen und später diese im Video einzubauen. Die Standbilder sind immer scharf gezeichnet, aber manchmal nicht mittig. Daher mehrere Bilder. Das gibt sogar noch die Möglichkeit beim Schneiden des Videos in das Bild mit 14 Mill. Pixeln hinein zu zoomen. Daher sind zusätzliche Standbilder besser als Standaufnahmen aus dem laufendem Video auszuschneiden. Hochkannt Standaufnahmen mit 14 Mill. Pixel sind bestens geeignet, um im Video eine Zoomfahrt von oben nach unten oder entgegensetzt zu machen und damit hohe und schlanke Gebilde gut in einem Breitbild-Video darzustellen. Das ist besser und ruhiger als eine Zoomfahrt mit der Filmcamera. Beispiele hierfür sind auch in dem Video von Vierzehnheiligen zu sehen. Ich möchte in Kürze Programme zur Korrektur von Wacklern, Schauklern etc ausprobieren. In einer der letzten CT-Hefte wurden einige dieser Programme getestet, wobei Mercalli 2.0 und Avid sehr gut bei abgeschnitten haben. top geschrieben im Mai 2012 Filmen mit Dreibeinstativ bzw. Einbeinstativ. Wie an anderer Stelle schon geschrieben, nutze ich bei bestimmten Filmaufnahmen jetzt immer ein Dreibeinstativ. Das ergibt ruhige Filme, die mir sehr gut gefallen. Auch in unser Runde gibt es ja viele Anhänger dieser Philosophie. Ihr habt mich jetzt endgültig bekehrt! Landschaftsaufnahmen Hier kann man Film und Standbild sehr gut miteinander verbinden. Dadurch kann man notwendige Schwenks und Zoomfahrten meist in die Standbilder verlagern und erst beim Schneiden einbauen. Stativ für das Filmen von Events Für das Filmen von Events ist ein Stativ unbedingt erforderlich. Beispiele für Events mit diesem Charakter sind Aufnahmen der Band “Das Blaue Einhorn”, von Jazz-Sessions oder Jazz-Brunch-Veranstaltung mit unterschiedlichen Bands wie “Sidney’s Blues”, “Jazz Family” und andere in Berlin, sowie die Tanzveranstaltung “Der Rubin von Putuo Shan”. In den letzten Monaten hat sich herauskristallisiert, dass die höchste Perfektion mit einer Kombination aus dem Stativ Velbon CX 686 und dem Fotoschlitten Sumikon FX-333D erreicht wird. Der Fluid-Kopf PH 368 des Velbonstativs erlaubt langsame und ruckelfreie Schwenks in Verbindung mit einem durch den Fotoschlitten ausbalancierten CAMcorder. Ausbalanciert bedeutet, dass sich der Camcorder auch bei freier Beweglichkeit des Fluid-Kopfes nicht selbstverstellt. Es werden keine Feststellschrauben aktiviert. Für nicht vorhersehbare Events, z. B. auf Wander- und Radreisen, beschränke ich mich auf ein Einbeinstativ 778YB von Manfrotto. Hier siegt die bessere Transportmöglichkeit über die Perfektion der Bilder. In ganz seltenen Fällen verlasse ich mich nur auf die sehr gute Stabilisierung OIS der Panasonic TM 700 und filme die Ereignisse aus der Hand. geschrieben im Mai 2011 Erfahrungen mit Mercalli Ver. 2.0 zum “Ausbügeln” von Wacklern und Handzittern Beim Kauf der Sonderedition von VDL17 gehörte auch das Programm Mercalli 2.0 als Beilage dazu. Meine ersten Erfahrungen mit diesem Programm zum Beseitigen und Glätten von unerwünschten Camera-Bewegungen ist sehr gut. Insbesondere ein Camera- Spaziergang durch ein enges Labyrinth im Buga-Park in Neukölln, bei dem mich das seitliche Schwnken der Camera-Horizontlinie ungemein gestört hatte, kann jetzt behoben werden. Eine Film-Studie zeigt zunächst das Original und dann 2 korrigierte Versionen mit unterschiedlichen Einstellungen (Gleitende Camera und Universal-Camera). Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Auch ein Film über Großvögel zeigt erstaunlich ruhige Bilder. Nachteilig an dem Programm ist, dass jeder Filmclip, der bearbeitet werden soll, individuell aufgerufen werden muß und die Analyse sofort startet. Ein Batchbetrieb für viele Clips mit der gleichen Parametereinstellung ist nicht möglich. Wahrscheinlich kann das erst die (sehr teure) Vollversion.
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